Umbrüche

Das Stück Der Glöckner von Notre Dame spielt im Jahr 1482, im Spätmittelalter kurz vor Beginn der Neuzeit.

Diese Zeit brachte viele Wandlungen mit sich, die das Leben der Menschen veränderte und somit viel Unsicherheit und Angst schürte.

Im Mittelalter stand die Kirche im Zentrum der Macht und war stark mit den weltlichen Mächten verbunden. So galten Könige als gottgegeben, ebenso der gesellschaftliche Stand jedes einzelnen Menschen, die Verteilung von Armut und Reichtum, Krankheiten oder Naturkatastrophen. Diese Weltsicht war von den Menschen weitestgehend akzeptiert.

Das Weltbild gerät nach und nach durch unterschiedliche Erfindungen und Entwicklungen ins Wanken:

Der Buchdruck wird erfunden. Schriften, Bücher und Informationen sind nun allgemein zugänglich, die Deutungshoheit über die Bibel ist nicht länger ausschließlich der Kirche vorbehalten.

Das Schießpulver wird erfunden und macht den Ritter überflüssig, keine Rüstung kommt gegen einen Kanonenschuss an.

Der Handel in den Städten gewinnt an Bedeutung. Durch Handel entsteht Reichtum. Die Menschen erfahren, dass sie durch eigenes Handeln ihr Leben und ihren Stand verbessern können.

Die Menschen wollen die Welt um sich herum selbst verstehen und erforschen. Die Wissenschaft, Kunst und Philosophie der Antike erleben eine Renaissance. Im Zentrum steht der Mensch, nicht Gott.

Die Welt gerät ins Wanken für die Figuren in unserem Stück:

Was ist meine Identität? 

Wer gehört dazu, wer nicht? 

Wo ist mein Platz in der Gesellschaft? 

Wer hat die Macht?

Anika Pinter & 

Bettina Schönenberg